DIE GÄRTEN DER LANDGRAFEN – TEIL 1

Auf der Suche nach den verschwundenen Gärten der Landgrafen von Hessen-Homburg.

Wer waren Friedrich, Eliza und Gustav? Und wie sahen die Gärten aus, die sie rechts und links der Tannenwaldallee anlegten? Eine Annäherung an die Bad Homburger Geschichte – mit Papier und Schere.


DIE GESCHICHTE

Landgraf Friedrich V. von Hessen-Homburg und seine Frau Caroline teilten eine Vorliebe für die Gartenkunst. Sie begannen 1770 mit dem Anlegen von Gärten und Waldparks in ihrer Landgrafschaft. Vom Schloss ausgehend wurde eine Allee bis an die Hänge des Taunus gezogen. An ihrem Ende liegt der Große Tannenwald, den Friedrich nach seinen Wünschen gestalten ließ. Der kleine Tannenwald wurde das Refugium seiner Frau Caroline. Die Grundstücke entlang der der Tannenwaldallee schenkten sie ihren Söhnen. Jeder sollte seinen Garten nach seinen Wünschen anlegen. Eine Gartenlandschaft entstand.


DER ENTWURF

Bei meiner Recherche stieß ich auf die alten Pläne der Gärten. Die Formen kamen mir eigentümlich vor und die Wege wie ein verschlungenes Netz aus Linien. Um den Entwurf besser nachvollziehen zu können, begann ich, die Pläne aus grünem Papier nachzubilden. Details ließ ich dabei weg, ich schnitt nur die Flächen aus. Die Wege, die ich freigelassen hatte, waren jetzt deutlich zu erkennen.

Mein Plan des „Englischen Gartens“, der sich in unmittelbarer Nähe zum Schlosspark befand. Dieser Garten wurde von Elizabeth (Eliza), der Frau des ältesten Sohnes Friedrich, angelegt. Heute ist das Gelände bebaut, der Garten verschwunden.

Aus den grünen Papierplänen konnte ich jetzt einzelne Formgruppen herauslösen. Oder aus allen Formen eines Gartens eine Art Baukasten erstellen.


Nicht nur die einzelnen Gärten baute ich nach, auch die gesamte Anlage wollte ich verstehen. Dieser Plan zeigt die Tannenwaldallee (die grüne Achse). Sie führt vom Schlosspark aus (ganz rechts im Bild) schnurgerade in den Taunus. Auf der rechten Seite der Allee liegen der Englische Garten, der Ferdinandsgarten und von Feldern umgeben der Philippsgarten. Die Felder waren Teil der Anlage, ich habe sie aus weißem Papier gefaltet, damit  sie sich leicht von den Gärten unterscheiden lassen.

Auf der linken Seite: Louisgarten, Gustavsgarten und der Kleine Tannenwald, den man über die Kreuzallee erreicht. Der kleine Tannenwald und der Gustavsgarten können heute wieder besichtigt werden, diese Gärten blieben erhalten und wurden mithilfe alter Pläne wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.

An die Felder schließt der Wald an, hier liegen auf der rechten Seite das Gotische Haus und die Buschwiesen sowie Forst- und Hirschgarten. Der Große Tannenwald erstreckt sich auf der linken Seite der Allee. Dieses Gebiet besteht noch heute und kann besucht werden. Die Elisabethenschneise führt als Verlängerung der Tannenwaldallee weit in den Taunus hinein.



DIE GÄRTEN DER LANDGRAFEN – TEIL 2

Wie zeigt man eine Gartenlandschaft, die nur noch teilweise existiert?

Wie lässt sich die Geschichte dieser Anlage vermitteln?



Mit einer Website: Sie stellt den geschichtlichen Hintergrund, die Familie der Landgrafen und ihre Gärten vor. Aktuelle Fotos zeigen die wiederhergestellten Parks. Pläne und historische Abbildungen ergänzen das Bild. So können auch die Orte besucht werden, die heute nicht mehr existieren.




Für die Gestaltung werden die Formen aus den Plänen wieder aufgegriffen. Die Fotos werden sozusagen in Form der Gärten „gegossen“.